Prognose für die 1.Bundesliga: Wird Bayern wieder Meister und welche Chancen haben die Aufsteiger?

Neuerungen

Nach der letzten Saison, in der sich der FC Bayern München lange einen Zweikampf um die Meisterschaft mit Borussia Dortmund lieferte, scheinen sich die Kräfteverhältnisse in der Bundesliga langsam zu verschieben. Insgesamt 21 Spieltage konnten die Dortmunder die Tabellenführung verteidigen, ehe die Bayern am 27. Spieltag an den Rivalen vorbeiziehen konnten. Im Saisonendspurt kamen viele Experten zum Entschluss, dass die Erfahrung des Bayernkaders den entscheidenden Vorteil für die Münchner brachte. Mit Leistungsträgern wie Robert Lewandowski oder Thiago Alcantara konnten die Bayern die jungen und unerfahrenen Dortmunder im Meisterkampf abkochen und die siebte Meisterschaft in Folge einfahren.
Dortmund konnte mit Talenten wie Jadon Sancho die Herzen der Fans erobern, doch am Ende war es wieder einmal zu wenig. Am anderen Ende der Tabelle mussten sich Hannover 96, der 1.FC Nürnberg und der VfB Stuttgart nach einer verlorenen Relegation aus der Bundesliga verabschieden. Dafür dürfen sich der 1.FC Köln, SC Paderborn und Union Berlin auf eine Saison in der höchsten deutschen Spielklasse freuen. Für Köln und Paderborn ist diese Situation nichts Unbekanntes: Nach nur einem Jahr in der 2.Bundesliga gelang den Kölnern als Meister der direkte Wiederaufstieg, Paderborn darf nach vier Jahren wieder in der Bundesliga auf Punktjagd gehen, der zwischenzeitliche Absturz in die dritte Liga ist lange vergessen.
Für die Union ist die Bundesliga hingegen eine neue Erfahrung: Noch nie hat der Hauptstadtclub hier antreten dürfen. Dafür hat sich das Team vor der Saison ordentlich verstärkt. Routinier Neven Subotic wurde für die ohnehin starke Defensive der Berliner eingekauft, auch Marvin Friedrich wurde fest vom FC Augsburg verpflichtet. Dazu konnte die Union Christian Gentner vom Relegationsgegner Stuttgart abwerben. Für den Angriff soll der Nigerianer Anthony Ujah mehr Feuerkraft bringen. Als Konkurrenz zu Simon Polter und Andersson wird der ehemalige Mainzer den Köpernickern mehr Optionen im Sturm bieten.
Beim SC Paderborn geht es dagegen ruhiger zu. Noch für keinen neuen Spieler wurde eine Ablöse bezahlt, lediglich Luca Kilian aus der Dortmunder Reserve, Streli Mamba von Energie Cottbus und drei weitere Spieler wurden bisher ablösefrei verpflichtet. Dabei mussten die Paderborner selbst einige Abgänge verkraften: Leistungsträger Bernard Tekpetey und Phillip Klement verließen den Verein in Richtung Schalke und Stuttgart.
Der 1.FC Köln ließ von den drei Aufsteigern bisher am meisten Geld springen. Der Königstransfer ist ohne Frage Ellyes Skhiri, den die Geißböcke von Montpellier für sechs Millionen Euro erwerben konnten. Auch den Mittelfeldspieler Verstrate von KAA Gent und den Verteidiger Ehizibue von PEC Zwolle konnten die Kölner verpflichten. Die bedeutendsten Abgänge vor der neuen Saison sind wohl Serhou Guirassy, Tim Handwerker und Johannes Geis.
Am oberen Ende der Tabelle wurde ebenfalls kräftig eingekauft.
Die TSG 1899 Hoffenheim verpflichtete Robert Skov, einen Flügelspieler aus Kopenhagen, Ihlas Bebou vom Absteiger Hannover und Konstantinos Stafylidis kommt ablösefrei vom FC Augsburg. Zusätzlich konnten Vincenzo Grifo und Havard Nordtveit für die kommende Saison ausgeliehen werden.
Auf der anderen Seite müssen die Kraichgauer in der kommenden Saison ohne die Leistungsträger Joelinton, Demirbay, Nico Schulz und Nadiem Amiri auskommen, die nach England und zu deutschen Konkurrenten abwandern. Doch der größte Verlust wird wohl Julian Nagelsmann sein, der in der kommenden Saison auf der Trainerbank von Leipzig platznehmen wird.
Ähnlich wie Hoffenheim ergeht es Eintracht Frankfurt. Die Überraschungsmannschaft des letzten Jahres wird in der kommenden Saison ohne Jovic und Haller auskommen. Dafür kommt wohl Hinteregger aus Augsburg.
Für Schalke ist die bedeutendste Änderung wohl der neue Trainer. David Wagner vom FC Huddersfield wird die Königsblauen in der nächsten Saison führen.
Bei den anderen Champions League Aspiranten tat sich nicht viel, Mönchengladbach verpflichtete Lainer und Embolo, musste dafür Thorgan Hazard abgeben. Außerdem folgt auf den scheidenden Dieter Hecking Marco Rose als Cheftrainer. Leverkusen muss in der kommenden Saison ohne Julian Brandt auskommen, dafür wurden Kerem Demirbay, Moussa Diaby, Nadiem Amiri und Daley Sinkgraven verpflichtet. Leipzig machte die Leihe von Ademola Lookmann vom FC Everton permanent, dazu kommen Nkunku von PSG und Wolf vom Schwesterclub aus Salzburg.
Die beiden Konkurrenten für die Meisterschaft lieferten sich hingegen einen wahren Transferschlagabtausch. Der BVB kaufte mit Julian Brandt, Thorgan Hazard und Nico Schulz ordentlich in der Bundesliga ein. Dazu wurde die Leihe von Paco Alcacer permanent gemacht. Der große Paukenschlag war aber die Rückkehr von Mats Hummels, der vom FC Bayern zurück ins Ruhrgebiet wechselt. Dafür musste Diallo aus der Innenverteidigung weichen.
Der FC Bayern verpflichtete für 70 Millionen Euro Lucas Hernandez von Atletico Madrid, Pavard und Arp verstärken die Münchner zusätzlich. Für die offensiven Abgänge Ribery, Robben und James soll noch ein Ersatz gefunden werden, Leon Bailey und Leroy Sane sind im Gespräch. Mats Hummels wechselte wie erwähnt zurück nach Dortmund.

Ausblick

Eng könnte es in dieser Saison für den FC Augsburg, den SC Freiburg und Fortuna Düsseldorf werden. Alle drei Vereine mussten Stammspieler abgeben, konnten sich allerdings nicht adäquat verstärken. Außerdem wird sich der SC Paderborn ohne weitere Neuzugänge schwertun, in der Bundesliga Fuß zu fassen.
Hoffenheim, Werder Bremen, Frankfurt, Wolfsburg, Schalke und Borussia Mönchengladbach werden im Kampf um die Europa League Plätze verwickelt sein. Leverkusen, Leipzig, Dortmund und Bayern München werden die Champions League Plätze unter sich ausmachen.
Im Kampf um die Meisterschaft kommt es auf weitere Transfers des FC Bayern an. Wird die Offensive nicht weiter verstärkt, kann Dortmund die erste Meisterschaft seit 2012 feiern.

Fazit:

Nach aktuellem Stand wird Dortmund die Meisterschaft gewinnen, gefolgt von Bayern, Leipzig und Leverkusen auf den Champions League Plätzen. Mönchengladbach und Bremen werden sich die sicheren Europa League Startplätze sichern, Frankfurt wird auf Rang sieben landen. Freiburg muss in der Relegation ran, Augsburg und Paderborn steigen direkt ab.

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