Ligue 1 – Saisonrückblick 2019/20

Die höchste Spielklasse Frankreichs, die Ligue 1, gilt als eine der Top-Ligen Europas. Mehrere über die Landesgrenze hinaus bekannten Clubs verleihen der Liga – die dem Französischen Fußballverein (FFF) untersteht – einen gewissen Charme.

Vorzeitiger Saisonabbruch

Die zurückliegende Spielzeit 2019/20 konnte aufgrund der sich rasant ausbreitenden Corona-Pandemie in Frankreich nicht zu Ende gespielt werden. Sie musste nach dem 28. Spieltag, also zehn Spieltage vor dem regulären Ende, vorzeitig abgebrochen werden.

Die veranlasste die französische Regierung Ende April. Diese Entscheidung stand im Gegensatz zu sämtlichen weiteren Top-Ligen Europas, wie der spanischen Primera Division, der englischen Premier League, der italienischen Serie A oder der Bundesliga, wo jeweils ohne zuschauer weitergespielt wurde. Insofern hat Frankreich einen Sonderweg eingeschlagen, was auch mit den daraus resultierenden Konsequenzen zusammenhängt, denn eine sogenannte  “Quotientenregelung” regelte die Platzierung der Klubs nach dem Stand des 28. Spieltags.

Meister Paris Saint-Germain

Souveräner Meister der Liga – welcher bis auf die Spielzeit 2016/17 nur einmal von AS Monaco abgelöst wurde – ist erneut mit 68 Punkten nach 27 Spieltagen Paris Saint-Germain (PSG), neureicher Hauptstadtklub dank der vielen Millionen, welche vom ambitionierten katarischen Geschäftsmann Nasser Ghanim Al-Khelaifi und weiteren finanzkräftigen Sponsoren den “Platz der Sonne”, beziehungsweise die Serienmannschaft in Frankreich sicher sein dürfte. PSG ist gleichzeitig der einzige französische Klub, der sich berechtigte Hoffnungen auf den Gewinn des Champions-League-Siegs machen konnte. Und nur daran wird der Hauptstadtklub letztendlich gemessen, denn der Gewinn der Meisterschaft gilt als “selbstverständlich”. Doch gegen den starken FC Bayern München hatten die Pariser keine Chance. Der Henkelpott der Saison 2019/20 ging nach dem 0:1 an München.

Champions League geht neben PSG auch an Marseille und Rennes

Dementsprechend groß ist die Lücke zum Rest der Liga. Zehn bis zwanzig Punkte Rückstand zum Tabellenzweiten sind während der letzten Jahre keine Seltenheit, sondern die Regel. Auf Platz zwei, mit 56 Punkten nach 28 Spieltagen, landet Olympique Marseille, einer der Klubs, der aufgrund seiner  langen, glorreichen Tradition das Image der Ligue 1 aufwertet. Nicht zu vergessen sind die treuen Fans des Klubs, welche zu den heißblütigsten und auch zahlenmäßig beliebtesten der Liga zählen. Das neu umgebaute Stade Vélodrome ist ein wahres Kunstwerk, welches bereits zur EM 2016 in vollem Glanz erstrahlte.

Platz zwei berechtigt in Frankreich genauso wie Platz drei, welcher an Stade Rennes geht, zur Teilnahme an der Champions League. Ob Stade Rennes, ein international recht unbeschriebenes Blatt, in der Qualifikation ran muss, oder gar direkt in die Gruppenphase einsteigen darf, entscheidet sich in Kürze.

Europa League mit alten Bekannten

Platz vier (OSC Lille) und fünf (OGC Nizza) sind zur direkten Teilnahme an der Europa League berechtigt. Beide Klubs haben in den vergangenen Spielzeiten international auf sich aufmerksam gemacht und jede Menge Erfahrung gesammelt, zum Teil sogar in der Champions League.

Stade Reims darf erstmals seit 57 Jahren auf eine Teilnahme auf internationalem Parkett hoffen. Die Mannschaft aus dem Nordosten Frankreichs muss als Tabellen sechster der abgelaufenen Saison, in der Qualifikation ran.

Lyon der große Verlierer der Saison

Der frühere Serienmeister Olympique Lyon blickt hingegen in die Röhre. Ein Punkt fehlt zur Teilnahme am internationalen Geschäft. Erstmals seit über 20 Jahren kann sich der Klub aus dem Südosten Frankreichs nur über das Nadelöhr Champions League, doch noch für die neue Europa League Saison qualifizieren. Voraussetzung dafür ist der Gewinn der Champions League, welche aktuell noch nicht beendet ist. Lyon steht im Viertelfinale und hat theoretisch noch die Chance, diese zu gewinnen.

Absteiger Amiens und Toulouse – keine Relegation

Der SC Amiens und der FC Toulose müssen den Gang in die zweite französische Liga antreten. Dies wurde nach der Quotientenregelung ermittelt, da nicht alle Mannschaften zum Zeitpunkt des Abbruchs gleich viele Spiele absolviert hatten.

 

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