Süper Lig – Saisonrückblick 2019/20

Süper Lig – Saisonrückblick 2019/20

Die Süper Lig ist die höchste Spielklasse im türkischen Fußball. Die Saison 2019/20 wurde trotz der Corona-Pandemie nach einer mehrwöchigen Pause zu Ende gespielt. Wie eigentlich in jeder Fußballliga ebenfalls ohne Zuschauer in den Stadien. Strenge Hygieneregeln sollten das Risiko einer Ansteckung möglichst gering halten. Der türkische Fußballverband stellte dazu sämtliche notwendigen Tests und Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Spieler zur Verfügung.

Meister und direkter Champions-League-Teilnehmer

Der Klub des türkischen Präsidenten Erdogan, Istanbul Başakşehir, konnte sich die Meisterschaft der türkischen Süper Lig in der Saison 2019/20 mit 69 Punkten sichern. Damit steht er als direkter Qualifikator zur neuen Champions-League-Runde fest. Der Klub aus der türkischen Millionen-Metropole Istanbul stellte damit seine namhaften Rivalen wie Beşiktaş, Galatasaray oder Fenerbahçe in den Schatten. Schon während der Saison sorgte der Klub in der Europa League für Furore, als man unter anderem den deutschen Bundesligisten Borussia Mönchengladbach hinter sich ließ. Da der Verein erst 1990 gegründet wurde, kann man ihn als Shootingstar des türkischen Fußballs bezeichnen, insbesondere in Bezug auf die Erfolge der näheren Gegenwart und Vergangenheit.

Keine Champions League trotz Vizemeisterschaft

Platz zwei der abgelaufenen Runde belegte der Klub aus Trabzonspor. Der Klub aus dem Nordosten des Landes hätte sportlich mit 65 Punkten an der Champions League teilnehmen dürfen, doch aufgrund einiger Verstöße gegen das Financial Fairplay hatte die UEFA den Türken die Teilnahme am höchsten europäischen Pokalwettbewerb verweigert. Der Klub legte Einspruch gegen das Urteil ein, jedoch ohne Erfolg.

Großer Name in der Qualifikation

Mit Beşiktaş Istanbul auf dem dritten Tabellenplatz, kann ein großer Traditionsklub zumindest auf die Champions League hoffen. Voraussetzung dafür ist das Erreichen der Gruppenphase nach Bestehen der zweiten Qualifikationsrunde. 62 Punkte standen letztlich auf der Habenseite. Beşiktaş zählt zu den Klubs mit den meisten Anhängern und fiebert besonders den Duellen mit seinen städtischen Lokalrivalen entgegen.

Europa League mit zwei Exoten und einem Großen

Der Verein Sivasspor, welcher die Runde auf Platz 4 beendete, darf sich über die direkte Teilnahme an der Europa League freuen. Mit 60 gesammelten Punkten ist die Mannschaft um Trainer Rıza Çalımbay (57) auf der internationalen Bühne vertreten. Das starke Abschneiden des Vereins aus dem Zentrum der Türkei, stellt eine echte Überraschung dar, nicht nur für Experten.

Zuerst noch die Qualifikation überstehen müssen Alanyaspor (5. Platz, 57 Punkte) und Galatasaray Istanbul (6. Platz, 56 Punkte). Vor allem für Rekordmeister Galatasaray dürfte diese Platzierung und das nicht mal sichere Erreichen der Europa League eine Enttäuschung sein. In der Champions League kann der Klub keinen Fuß fassen und nun ist selbst die Teilnahme am zweithöchsten Pokalwettbewerb innerhalb Europas in Gefahr.

Tief gesunken – Traditionsklub in der Krise

Mit nur 53 Punkten verpasste der Traditionsverein Fenerbahçe Istanbul zum zweiten Mal in Folge, das internationale Geschäft. Eine herbe Enttäuschung für den ehemaligen Klub von Christoph Daum (66), denn Anspruch und Wirklichkeit liegen weit auseinander: Vereine wie Sivasspor laufen ihnen den Rang ab und man wird sich damit begnügen müssen, unter der Woche in den großen Spielen vor dem Fernseher mitzufiebern, statt auf dem grünen Rasen zu stehen.

Absteiger im Gleichschritt

Mit jeweils mageren 32 Punkten müssen die drei Klubs Yeni Malatyaspor, Ankaragücü und Kayserispor die höchste türkische Spielklasse verlassen.

Die Liga ist insgesamt nicht besonders stark. Das Abschneiden türkischer Vereine und die mäßigen Platzierungen der “Großen 3” in der heimischen, schwachen Liga zeugt von einem schwachen Niveau der Süper Lig. Echte Top-Klubs wie in anderen europäischen Ländern sucht man vergeblich. Zwar hat man begeisterte, heißblütige Fans zu bieten und zum Teil neue, moderne Stadien mit einer zumindest ordentlichen Infrastruktur, doch mangelt es an Talenten und schlussendlich am Geld, um mit den großen europäischen Ligen mithalten zu können. Der Charme der Liga besteht aus den Fans.

 

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